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Auf der Fluo (Felsen), von der das Geschlecht des Heiligen "von Flüe" und der Ort "Flüeli" den Namen herleiten, steht die Kapelle des heiligen Karl Borromäus. Sie wurde 1614 - 1618 erbaut und am 16. Oktober 1618 geweiht. Die von Bruder Klaus 1482 gestiftete Kaplaneipfründe verlegte man vom Ranft aufs Flüeli. Dass die Kapelle dem Mailänder Erzbischof geweiht wurde, bezeugt dessen frühe Verehrung in Obwalden, die durch seine Wallfahrt im Jahre 1570 begründet ist. Acht Jahre vor der Weihe der Kapelle war Karl Borromäus heiliggesprochen worden.

"Die Flüeli-Kapelle ist eine der interessantesten Kapellenbauten der Zentralschweiz" (R.Durrer). Ihr wertvollster Schmuck sind die in Intarsienmanier gemalten Walmdecken im Schiff und Chor. (Nach heutiger Auffassung wären das "Mandalas", also fernöstliche Meditationshilfen!) Besonders prächtig sind die Einlegearbeiten am Chortäfer und an der Sakristeitüre.
Den frühbarocken Altar stiftete Graf Alfonso Casati, der in Luzern residierende spanische Gesandte bei den eidgenössischen Orten. Das Hauptbild, ein Werk der italienischen Schule, zeigt den heiligen Karl. In der Bekrönung ist die Anbetung der Könige dargestellt. Der Seitenaltar von 1768 zeigt eine Photokopie des Bruder-Klausen-Gemäldes von Joh. Melchior Wyrsch. Das Original befindet sich im Rathaus von Sarnen.
Im Brusttäfer sind 19 Leinwandbilder aus dem 17. Jh. eingelassen: rechts neun Szenen aus dem Leben von Bruder Klaus, links zehn Bilder aus dem Leben des heiligen Karl.
Die acht alten, wertvollen Glasgemälde der Kapelle (1614-1619) wurden von den katholischen Orten und privaten Stiftern geschenkt. Über dem Scheitel des Chorbogens steht eine lebensgrosse barocke Madonnenstatue. Die Kapelle wurde 1980/81 restauriert.
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