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50 Jahre Wallfahrt des Katholischen Männerwerks Freiburg

       
   

Vom 8. – 14. September 1955 weilte der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer in einer sehr heiklen Mission in Moskau. Er verhandelte zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Kreml über die Freilassung der rund 10 000 deutschen Kriegsgefangenen, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Vorbereitung zur Heimkehr auch der 20’000 internierten deutschen Zivilpersonen. Bevor Adenauer nach Moskau reiste, verbrachte er inkognito eine ganze Nacht am Grab von Bruder Klaus in Sachseln. Und während er in der sowjetischen Hauptstadt verhandelte, hielten Männer aus dem Erzbistum Freiburg bei Bruder Klaus im Ranft sowie im Marienheiligtum auf dem Lindenberg bei Freiburg ununterbrochene Gebetswache.

Konrad Adenauer kam nicht mit leeren Händen aus Moskau zurück. In sehr harten Verhandlungen, die oft zu scheitern drohten, erreichte er seine Ziele. Initiative Männer des Katholischen Männerwerks um Prälat Dr. Alois Stiefvater fassten den Vorsatz, aus Dankbarkeit, zu der wir immer wieder allen Grund haben, ihre Gebetsaktion fortzusetzen. So wird die immerwährende Anbetung auf dem Lindenberg bis heute täglich gepflegt. Und jedes Jahr im Frühjahr kommt das Männerwerk in einem grossen Pilgerzug nach Sachseln. Dabei wird stets eine nächtliche Gebetswache im Ranft gehalten.

Jubiläumswallfahrt mit 600 Teilnehmern

Die 50. Wallfahrt stand unter dem Motto «In der Gemeinschaft des Glaubens». Die Pilger des Männerwerks wurden von Weihbischof Rainer Klug begleitet. Vom 30. April bis 2. Mai 2004 waren rund 600 Teilnehmer an der 50. Wallfahrt des Katholischen Männerwerks des Erzbistums Freiburg dabei. Unter ihnen war ein Paar, das die erste Wallfahrt 1955 als ihre Hochzeitsreise mitgemacht hatte und jetzt wieder teilnahm. Einzelne waren bei jeder der 50 Wallfahrten dabei und ein Mann gehörte zu jenen Kriegsgefangenen, die Konrad Adenauer damals in Moskau frei bekam, während Männer im Ranft Tag und Nacht beteten.

Weihbischof Rainer Klug aus Freiburg, der die Pilger begleitete, dankte den Männern und Frauen, welche «seit den schweren Jahren der Nachkriegszeit treu und beharrlich, voll Hoffnung und Glauben ihre Anliegen und Sorgen hierher zu Bruder Klaus tragen». Die 50. Wallfahrt stand unter dem Motto «In der Gemeinschaft des Glaubens». In der Predigt beim Festgottesdienst auf dem Feierplatz im Flüeli erinnerte Weihbischof Klug daran, dass der wahre Friede als Geschenk Gottes aus der Stille und aus dem Gebet herauswachse. «Wir brauchen Bruder Klaus als Fürsprecher und Lehrer des Gebetes und des Friedens», erklärte er und bat, «Bruder Klaus möge uns vor Gott beistehen, dass wir selbst zu Menschen des Friedens werden aus dem Gebet und der Anschauung Gottes».

Stimmungsvolle Jubiläumsfeier

Neben den Gottesdiensten und den Gebeten beinhaltete das Programm am Samstagnachmittag auch eine Jubiläumsfeier und ein Fest der Begegnung auf dem Flüeli. Bei leider kühler Witterung boten die Trachtengruppe Sachseln und der Jodlerklub Flüeli-Ranft den Gästen einen bunten Willkommgruss mit Musik, Gesang und Tanz. Und zur Erinnerung an die Jubiläumswallfahrt schenkte Sachseln / Flüeli-Ranft Tourismus allen Pilgern ein Trinkglas mit dem aufgedruckten Signet.

Die Wallfahrt des Männerwerks Freiburg ist ein sehr schönes Beispiel für das anhaltende fürbittende Gebet, das uns Menschen gut tut und unsere Sorgen in einer grossen Gemeinschaft leichter tragen lässt.

     
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