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Ein dankender Gott

       
   

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Ansprache in der Wachenacht vom 30. September - 1. Oktober 2000
Schriftlesung: Apk 21. 1-5a

In der Lesung hat uns Johannes einen Blick in den Himmel tun lassen.
Im Evangelium macht Jesus seine Jünger auf Leiden und Verfolgung aufmerksam. Er sagt zu ihnen, es werde ihnen nicht besser gehen als ihm. Denn der Jünger stehe nicht über seinem Meister.

Heute gehen wir auf ein nächtliches Erlebnis von Bruder Klaus ein, das mit der Herrlichkeit des Himmels und mit dem Leiden des Gottessohnes zu tun hat. Visionen sind zunächst sehr persönliche Erlebnisse und können nicht auf andere übertragen werden. Aber sie können uns zum Nachdenken anregen.

Nachdenken wollen wir heute über die Vision von der Danksagung. Bruder Klaus wurde sie geschenkt in der Zeit nach seinem Abschied.

Damit wir die Vision besser verstehen, ist eine Vorbemerkung fällig. Nach 18 glücklichen Ehejahren, nach dem 48. Lebensjahr kam eine grosse Not über Niklaus von Flüe. Gottes Ruf drang nochmals mit aller Eindringlichkeit in seine Seele: ’Verlass alles, auch Frau und Kinder und gib Dich mir zu eigen’. Später berichtet er von dieser Zeit: ‚Ich war so tief niedergedrückt, dass mir selbst die liebe Frau und die Gesellschaft meiner Kinder lästig fielen’.

Er besprach seine Not mit Frau Dorothee und holte Rat bei befreundeten Priestern. Nichts konnte seine Dunkelheit aufhellen. Da riet ihm Pfarrer Heimo Amgrund, er solle doch das Leiden Christi betrachten. Klaus liess sich einführen in diese neu aufkommende Gebetsform. Im Rhythmus der Brevier-Horen wurden der Reihe nach einzelne Begebenheiten der Leidengeschichte Jesu betrachtet.

Niklaus von Flüe hatte sich bereits von den Ämtern im Staat zurückgezogen. Nun suchte er vermehrt die Stille auf, zum Beispiel im Ranft, und verband sein eigenes Leiden mit dem Leiden Christi. Nur seine Frau wusste davon. Diese Betrachtung des Leidens Christi gab ihm mit der Zeit die innere Ruhe zurück. Sie begleitete ihn durch all die Jahre, die er als Eremit im Ranft verbrachte.

Nach dieser Vorbemerkung lassen wir nun die Vision von der Danksagung auf uns wirken, so wie Kaspar Ambühl sie uns aufgeschrieben hat:

„Ein Mensch (Bruder Klaus) unterbrach den Schlaf um Gottes und um seines Leidens willen. Es dünkte ihn, dass einer zur Tür hereinkäme, mitten im Haus stünde und zu ihm sagte: ‚Komm und sieh deinen Vater und schau, was er tut’ - und wie er schnell in einen schönen Tabernakel in einem weiten Saal käme. Darin sah er einige Leute in weissen Kleidern wohnen. Der, der ihn gerufen hatte, war bei ihm, stand an seiner Seite und redete für ihn, wie es ein Fürsprecher macht. Dieser hielt seine Rede und sagte: ‚Hier ist jener, der dir deinen Sohn getragen und geboren hat und ihm zu Hilfe gekommen ist in seiner Angst und in seiner Not. Danke ihm für das Seine.’

Wer ist der Sprechende? Bruder Klaus sieht ihn nicht, hört ihn nur. Aus dem Zusammenhang lässt sich erahnen, dass es der Heilige Geist ist. In Anwesenheit von Bruder Klaus hat er den Vater angesprochen.

Da kam ein schöner, stattlicher Mann durch den Palast dahergeschritten in einem weissen Kleid wie ein Priester in einer Albe. Er legte ihm seine beiden Arme auf seine Schulter, drückte ihn an sich und dankte ihm mit der ganzen inbrünstigen Liebe seines Herzens, dass er seinem Sohn so wohl zu Hilfe gekommen war in seiner Not. Dieser Mensch erschrak sehr darüber und bekannte sich unwürdig und sagte: Ich weiss nicht, dass ich deinem Sohn je einen Dienst erwiesen habe. Da verliess er ihn, und er sah ihn nicht mehr.

Da kam eine schöne, stattliche Frau durch den Palast dahergeschritten, auch in einem solchen weissen Kleid. Und er sah wohl, dass ihnen das weisse Kleid ganz frisch gewaschen anstund. Sie legte ihm ihre beiden Arme auf seine beiden Schultern und drückte ihn gründlich an ihr Herz mit überfliessender Liebe, weil er ihrem Sohn so treu zustatten gekommen war in seiner Not. Der Mensch erschrak darüber und sagte: Ich weiss nicht, dass ich eurem Sohn je einen Dienst erwiesen habe. Da schied sie von ihm, und er sah sie nicht mehr.

Da blickte er neben sich. Er sah den Sohn neben sich sitzen und sah, dass er auch ein solches Kleid trug. Es war besprengt mit Rot, als ob einer mit einem Wedel darauf gesprengt hätte. Der Sohn neigte sich zu ihm und dankte ihm inniglich, dass er ihm auch so wohl zustatten gekommen war in seiner Not.

Das mit Rot besprengte Kleid des Sohnes greift wohl das Bild aus der Geheimen Offenbarung auf, wo Johannes den Messias und Richter mit einem blutgetränktem Gewand sieht (Apk 19. 13). Zuerst musste der Kampf gegen das Tier und seinen falschen Propheten ausgefochten werden (Apk 19. 19-21). Erst dann konnte er den Himmel in der Vollendung sehen (Apk 21. 1 ff)

Er blickte an sich selbst herunter und sah, dass er auch ein weisses Kleid trug, besprengt mit Rot wie der Sohn. Das verwunderte ihn sehr, und er wusste nicht, dass er es angehabt hatte. Schnell fand er sich selber an der Stelle, da er sich hingelegt hatte, so dass er nicht meinte, dass er geschlafen hätte. Amen."

Eigentlich kann uns der Bericht von Kaspar Ambühl allein schon anregen, über das nächtliche Erlebnis des Bruder Klaus nachzudenken. Ich bitte Sie, den Text in der anschliessenden Stille nochmals durchzugehen. Hier möchte ich ein paar Gedanken anfügen, die in mir aufgestiegen sind - zunächst zur Frage: Welchem Gott ist Bruder Klaus begegnet? Dann stellen wir uns selber die Frage: Wie sieht mein eigenes Gottesbild aus?

1 Gott ist ein Gott der Herzlichkeit.

Der Vater ‚legt ihm seine beiden Arme auf seine Schulter, drückt ihn an sich und dankt ihm mit der ganzen inbrünstigen Liebe seines Herzens.’ Der Sohn ‚neigt sich zu ihm’ die stattliche Frau ‚drückt ihn gründlich an ihr Herz mit überfliessender Liebe’. - Gott kann kein Tyrann sein, der Angst einflösst, sondern kann nur ein liebender Vater sein. Der Gott des Bruder Klaus ist nicht weit weg und unnahbar, sondern herzlich nahe.

Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die Angst haben vor Gott, wie vor einem Buchhalter, der alle Verfehlungen genauestens registriert und uns beim Gericht vorrechnet. Vielleicht hat das Wort ‚Gottesfurcht’ sie dazu verleitet. ‚Gottesfurcht’ heisst aber nicht Angst und Schrecken vor Gott, sondern das ehrfürchtige Staunen, dass er so unendlich gross ist und sich doch in Liebe um uns Menschen annimmt.

Denken wir darüber nach, welches Gottesbild in unsere Seele eingeprägt ist. Ist es ein Gott, der Angst macht oder ein Gott, der die Frohe Botschaft bringt? Drückt er nieder oder richtet er auf? - Vergessen wir nicht:
- Gott begegnet auch uns mit jener Herzlichkeit, die Jesus seinen Jüngern zeigte. Der Vater wird uns aufnehmen wie den verlorenen Sohn. Er hat es an Grossmut nicht fehlen lassen.
- Und überdies sind wir Gott so viel wert, dass er seinen eigenen Sohn nicht schont. Da muss es uns warm ums Herz werden, wenn wir an Gott denken; es darf uns nicht kalt den Rücken herunterlaufen.

2 Was bedeutet es, wenn Gott dankbar ist?

Wir sind uns eher gewohnt, Gott zu danken als dass wir seinen Dank erwarten. Wir haben ja buchstäblich alles aus seiner Hand empfangen.

Bruder Klaus erlebt, dass Gott i h m dankt. Was heisst das?
- Gott nimmt das Bündnis ernst, das er mit uns eingegangen ist. Auch wenn wir nur ‚kleine Kinder’ sind, behandelt er uns als vollwertige Partner.
- Er respektiert unsere Entscheidungsfreiheit und freut sich über unser auch noch so bescheidenes Geschenk aus Liebe. Ähnlich wie auch Eltern sich bedanken, wenn ihre Kinder etwas zur Familie beitragen.

Es gibt Situationen im Leben, da uns der Dank eines Mitmenschen ehrlich freut. Zum Beispiel der Dank des Ehepartners für eine versteckte Aufmerksamkeit, oder der Dank des Arbeitsgebers an einen Mitarbeiter, des Lehrmeisters an den Lehrling, des Lehrers an den Schüler, des Vereinspräsidenten an ein Mitglied.

Wollen wir uns nicht auch darüber freuen, dass Gott uns dankt, auch wenn unser guter Wille noch so armselig dasteht?

3 Lassen Sie mich noch einen letzten Impuls geben:

Die Vision von der Danksagung ist für uns eine indirekte Aufforderung Gottes, auch unsere Leiden mit den Leiden Christi zu verbinden. Jedem von uns ist ein Kreuz aufgeladen. Wie oft rebellieren wir dagegen, möchten alles Schwere abschütteln oder brechen fast unter der Last zusammen.

Bruder Klaus hat in der mühsamsten Entscheidungsphase seines Lebens gelernt, seine Person immer tiefer in die Person Jesu Christi hinein zu geben. Die Sehnsucht nach dem ‚einig Wesen’ trieb ihn förmlich in seine Arme. Die Heilige Messe, das Liebes-Gespräch und der Liebes-Austausch mit Gott wurde zur zentralen Kraftquelle seines Lebens. Hier erlebte er den Herrn, der auch ihn liebte und auch ihm die Füsse wusch; hier nahm er ihn als Brot des Lebens in seinen Leib auf. Hier begegnete er auch dem Herrn am Kreuz und nahm an dessen Leiden teil.

Es wird auch unser Leben sinnvoll machen, wenn wir unser Leiden in der Perspektive seines Leidens sehen. Dann können wir wie Paulus sagen: ‚Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt’ (Kol 1. 24). Bruder Klaus möge uns heute diese Gnade erbitten. Amen

Pater Josef Banz, Pilatusstrasse 2, Postfach 126, CH-6072 Sachseln

Tel: 041 660 12 65 / seelsorgebruderklaus.com

     
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