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Rundbrief September 2017
 
     
   
     
 

Das Buch des Bruder Klaus

       
   

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Bruder Klaus ist Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem ‚Einig Wesen’. Er will Erde und Himmel, Welt und Gott miteinander verbinden. Auf dieser Suche stösst er immer wieder auf den Dreifaltigen Gott: So begegnet er drei Männern, in der Brunnenvision fliesst eine dreifache Quelle, der geheimnisvolle Pilger spricht ‚drei vollkommene Worte’ aus. Im Ranft findet Bruder Klaus ein Zeichen, in dem er das übersprudelnde Leben des Dreifaltigen Gottes dargestellt sieht. Zu einem Besucher sagt er: "Wenn es dich nicht verdriesst, will ich dich auch mein Buch sehen lassen, in dem ich lerne. Und er brachte mir eine gezeichnete Figur, vergleichbar einem Rad mit sechs Speichen."

Über das Radsymbol und die ausgefaltete Form des Meditationsbildes wurden Bücher geschrieben. Eine kurze Erklärung ist kaum möglich. Trotzdem möchte ich es versuchen. Damit man leichter folgen kann, halte man sich das einfache Radsymbol vor Augen oder den Holzschnitt aus dem Pilgertraktat.


I. Was sagt Bruder Klaus zum einfachen Radbild?

"Siehst du diese Figur? So ist das göttliche Wesen. Der Mittelpunkt ist die ungeteilte Gottheit, darin sich alle Heiligen erfreuen. Die drei Spitzen, die zum Punkt des inneren Zirkels führen, sind die drei Personen; sie gehen von der einigen Gottheit aus und haben umgriffen den Himmel und alle Welt, sie sind in ihrer Gewalt. Und wie sie von der göttlichen Gewalt ausgehen, so führen sie wieder hinein und sind unteilbar in ewiger Macht. Das bedeutet diese Figur."

Der kleine Punkt in der Mitte ist das Geheimnis Gottes. Der klene Kreis, der ihn umgibt (die Nabe) ist der Himmel, wo Gott und die Heiligen eine grosse Gemeinschaft bilden. Der Reifen ist die geschaffene Welt und unsere Lebenswirklichkeit.

Nun gehen von diesem geheimnisvollen Punkt drei Personen aus, erfüllen und umgreifen Himmel und Erde und kehren wieder zum letzten Geheimnis zurück - ein immer wiederkehrender Lebensvorgang mit einer ungeheuren Dynamik und unvorstellbaren Lebensfülle, ein Hinausströmen und Zurückfluten der Liebe.

Im Meditationsbild und im Holzschnitt des Pilgertraktates sind die drei Personen bildlich dargestellt. Ihre Rundbilder ergeben ein Dreieck mit Spitze nach unten.


II. Die drei göttlichen Personen und ihr Wirken in der Welt

1) Im Rundbild links oben sehen wir Gott als Schöpfer: Gott erschafft und erhält und nährt die ganze Schöpfung wie ein Vater. Beachten wir, dass die Speiche das Ohr des gekrönten Hauptes berührt. Gott hört das Ächzen der Schöpfung, die hungert und dürstet und gibt ihr zu trinken.

In jedem Rundbild weist ein Symbol auf ein Werk der leiblichen Barmherzigkeit hin. Der Krug und das Brot bedeuten: Durstige tränken, Hungrige ernähren. Gott ernährt die Geschöpfe in göttlicher Freigebigkeit. Aber auch wir haben Anteil an seiner Schöpferkraft und sollen den Krug weiterreichen.

2) Im Bild rechts oben hängt Christus am Kreuz - Gott Sohn ist unser Erlöser.

Wir Menschen haben uns verirrt und sind schuldig geworden. Am Kreuz holt uns Christus aus dieser Schuldigkeit heraus. Wir stehen nackt und bloss vor unserem Gott und müssen uns schämen. Christus gibt uns gewissermassen ein neues Kleid, damit wir in Würde voreinander und vor Gott stehen können. Die Speiche berührt das Auge: Gott sieht die Erbärmlichkeit der Menschen.

Das am Boden liegende Kleid bedeutet: ‚Nackte bekleiden’. Gott schenkt uns seinen Sohn wie ein neues Kleid. Dann müssen auch wir die Blösse unserer Mitmenschen zudecken.

3) Im Rundbild unten ist die Verkündigung an Maria dargestellt. In dieser Szene leuchtet auf, was der Heilige Geist an der Schöpfung tut: Er ist die Liebe Gottes, die Erstorbenes aufleben lässt, Lahmes bewegt, neuen Mut schenkt und Krankes gesund macht. - Die Speiche führt zum Mund des gekrönten Antlitzes in der Mitte: Der Geisthauch aus dem Mund Gottes hat Maria ‚voll der Gnade’ und zur ‚Mutter Gottes’ gemacht. Er kann auch unsere kranke Natur mit Gnade erfüllen.

Die Krücken weisen hin auf Lahmes und Krankes. Auch wir sind in diese Aufgabe des Geistes eingebunden - indem wir ‚Kranke besuchen’.

So ist es also bei Gott: Er faltet sich auseinander als Vater, als Sohn und als Geist der Liebe, als Heiliger Geist - Gott ist ‚Drei-faltig’. Er kehrt wieder zurück in das letzte Geheimnis - Gott ist ‚Drei-einig’. Wenn ‚Drei-faltig’ ‚Drei-einig’ wird, hat das mit Frieden zu tun. Bruder Klaus erlebt hier den Urquell des Friedens.

In diesen Lebens- und Liebesfluss sind auch wir Menschen einbezogen. Gottes Liebe beschenkt und umarmt die ganze Schöpfung und alle Menschen. Wenn sie zurückkehrt, nimmt sie auch uns in die ‚Familie Gottes’ hinein. Das kann aber nur mit unserem liebenden Einverständnis geschehen. Wir sind eingeladen, freiwillig und freudig diesen Platz der Liebe einzunehmen. Wir sollen auf das Liebesgeschenk Gottes eine entsprechende Antwort finden.


III. Drei ergänzende Rundbilder - Das Wirken Christi in der Welt

Die weiteren drei Rundbilder beschreiben das Wirken Christi. Die Zuwendung Gottes zu uns Menschen ist unscheinbar, trägt mütterliche Züge.

4) Zum Rundbild links unten sagt Bruder Klaus:
"Du siehst im Rad vom inwendigen Punkt des inneren Zirkels eine grosse, breite Speiche, die nach aussen zu einer dünnen Spitze wird. Die Form der Speiche bedeutet den allmächtigen Gott, der alle Himmel bedeckt und umgreift. Er ist in der Weise eines kleinen Kindleins in die höchste Jungfrau hineingegangen und herausgekommen, ohne ihre Jungfräulichkeit zu verletzen."

Gott wird klein wie ein Mensch. Er rettet die Menschen nicht vom hohen Ross herunter. Er macht sich klein wie ein Kind, wird in einem Stall geboren, teilt das Los einer Flüchtlingsfamilie. Johannes sagt zu Recht: ‚Er kam in sein Eigentum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf.’ (Jh 1. 11)

Darum das Symbol des Wanderstabes. Gott ist ein ‚Fremdling’ unter uns. Er nimmt sich in Liebe der Randgänger und der Entfremdeten an. In seiner Nachfolge sollen auch wir ‚Fremde beherbergen’.

5) Was sagt Bruder Klaus zum Rundbild rechts unten?
"Denselben zarten Leib hat er uns zur Speise gegeben mit seiner ungeteilten Gottheit. Ebenso siehst du diese Speiche, die ebenfalls beim Punkt des inneren Zirkels breit und gegen den äussersten Zirkel klein ist. So ist die Grossmächtigkeit Gottes des Allmächtigen in dieser kleinen Substanz der Hostie."

Wieder ein kleines Zeichen für ein grosses Geheimnis: ‚Brot des Lebens’, heisst: Gott entäussert sich bis zum Letzten, wird für uns ‚Lebensmittel’. In jeder Eucharistiefeier erleben wir diese unbegreiflich tiefe Liebe Gottes. In der Messe geschieht auch Wandlung. Brot und Wein werden gewandelt in den Leib und in das Blut Christi. Unsere Gaben werden gewandelt in Gottes Gabe.

Der Sarg erinnert an das Werk der leiblichen Barmherzigkeit - ‚Tote begraben!’. Das geschieht sinnbildlich an uns und soll auch durch uns geschehen.

6) Was sagt Bruder Klaus zum Rundbild oben in der Mitte?
"Nun beachte weiter eine Speiche des Rades, die ebenfalls breit ist im inneren Zirkel und gegen den äusseren Zirkel klein wird. Das ist die Bedeutung unseres Lebens, das gar kurz und vergänglich ist. In dieser kurzen Zeit können wir durch die Liebe Gottes eine unaussprechliche Freude verdienen, die kein Ende nimmt."

Das Bild stellt dar, wie Judas seinen Meister verrät. Warum diese Szene?
Am Ende seines Lebens wird Gottes Sohn nochmals ganz klein - wird verraten von einem Vertrauten und vor allen Menschen zum Verbrecher gestempelt. Er lässt sich gewissermassen einschliessen in das Gefängnis unserer Begrenzungen, Süchte und Leidenschaften, um uns aus diesem Gefängnis zu befreien.

Die Fessel, Symbol für ‚Gefangene befreien’ - ist nicht sichtbar auf dem Holzschnitt. Christus hat unsere Fesseln gelöst, auch wir sollen ‚Gefangene befreien’.

Nun haben wir einen kleinen Rundgang gemacht durch das Meditationsbild. Bruder Klaus wurde nicht müde, in diesem ‚Buch’ zu betrachten. Auch uns könnte es mit dem Dreifaltigen Gott verbinden. Eine doppelte Anregung zum Schluss:

Wir gehen den Werken der leiblichen Barmherzigkeit nach und fragen uns: Wo hat der Vater uns ernährt und getränkt? - Wann hat der Sohn unsere Blösse bedeckt? - Wann und wie haben wir einen Hauch des Geistes gespürt? - Wann ist uns Christus - versteckt in einem Fremdling - begegnet? - Wie oft haben wir schon das ‚Brot des Lebens’ aufgenommen? - Wann hat sich Christus um unsere Fesseln gekümmert? Das könnte ein lohnendes Unternehmen werden!

Gehen wir in einer zweiten Entdeckungsfahrt den Medaillons nach, die den Drei-faltigen Gott und sein Wirken in der Welt darstellen. Wir fragen uns dabei: Wann haben wir ihn als Vater erlebt, der uns liebt, als Sohn, der uns erlöst, als Heiliger Geist, der uns neues Leben schenkt?

Diesem Gott sind wir in der Taufe verbunden worden. Ihm begegnen wir am lebendigsten in der Heiligen Messe. Der Sohn Gottes kommt in unseren Herzen, mit ihm kommt auch der Vater und der Heilige Geist. Und dabei erfahren wir, dass uns auch ein Platz in der Familie des Dreifaltigen Gottes bereitet ist. Auch wir können die Liebesgemeinschaft mit Gott erleben und erfahren.

Pater Josef Banz, Pilatusstrasse 2, Postfach 126, CH-6072 Sachseln
Tel: 041 660 12 65 / seelsorgebruderklaus.com

     
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