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Viele Gaben - ein Geist

       
   

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Schriftlesung: Eph. 4. 1-7, 11-13

Letztes Jahr wurde im Berner Oberland ein 'Stiftung Bruder Klaus' gegründet. Reformierte Kreise haben Bruder Klaus und seine Frau Dorothee entdeckt und wollen seine Botschaft den Schweizern als Wegweiser in die Zukunft vorstellen. Diese Botschaft gebe treffende Antworten auf brennende Fragen unserer Zeit. So hat es diese Stiftung erkannt. Ob das mit den Wegweisern so stimmt?

Heute wollen wir die Probe aufs Exempel machen. Wir greifen eine Aufgabe heraus, die uns auf den Nägeln brennt und prüfen nach, ob Bruder Klaus und Dorothee dazu eine Antwort haben.

Die Kirche steht nicht nur von aussen unter Beschuss. Auch im Innern gibt es zunehmend Scharmützel und Gefechte. Grund dafür ist weitgehend die Vielzahl von lehrmässigen Standpunkten und lebensmässigen Einstellungen, die das Zusammenleben in der Kirche oft mühsam machen. 'Pluralismus' nennt sich das Problem.

  • Da gibt es in einer Pfarrei die unterschiedlichsten Christen: Kirchentreue, Kirchenmüde, Kirchenverdrossene und Kirchenferne. An Hochzeiten und Beerdigungen sind sie jeweils wieder da.
  • Da gibt es Suchende, die überall suchen, auch bei Buddha und Konfuzius, in der Esoterik und der Psychologie und ihren Glauben wir ein originelles Puzzle zusammenstellen.
  • Da gibt es Christen, denen Tischgebet und Kirchenbesuch bereits elitär und anrüchig vorkommen, und Lehrbeauftragte, die unter dem Stichwort 'Spiritualität' das morgendliche Jogging verstehen oder den Spaziergang im Wald.
  • Früher haben wir gebetet: 'Ich glaube fest alles, was Du uns durch die heilige katholische Kirche zu glauben vorgestellt hast.' Da hat einmal einer vorgebetet: 'Ich glaube fast alles' - und damit das Lebensgefühl der Sechziger Jahre getroffen. Wollten wir das Lebensgefühl vieler heutiger Christen treffen, müssten wir vielleicht beten: 'Ich glaube fast nichts!'

Sie können diese Blitzlichter beliebig erweitern. Die Vielfalt in der Kirche macht vielen Gläubigen Sorge und legt die Frage nahe: Kann eine dermassen zerrissene Kirche noch Hoffnungsträger für die Zukunft sein.

Heute fragen wir uns: Kann uns das Ehepaar Klaus und Dorothee von Flüe ein Licht aufstecken? Es gibt wenige Worte von Bruder Klaus. Aber in Staunen setzt uns sein Leben und die ursprünglichen 'Bilder', die Gott in sein Leben hineingestellt hat. Aus diesem Leben können wir drei Hinweise herauslesen:

1) Bruder Klaus würde den Worten des hl. Paulus beipflichten: 'Euer Leben sei des Rufes würdig, der an Euch erging' (Eph. 4. 1b). Denn Niklaus von Flüe hat sich schon in jungen Jahren darum bemüht, seiner Berufung würdig zu leben.

Schon als Bub hatte er ein Bild vor Augen, das heilige Öl. Im Alten Testament wurden Könige mit Öl gesalbt. Klaus erlebte sich als zu ganz Grossem berufen.

Ein Stein ermahnte ihn, die Festigkeit seines Wesens zu suchen.

Mit 16 Jahren volljährig, sah er einen Turm. Der Turm, der auf dem Boden steht und in den blauen Himmel hinaufreicht, wurde Sinnbild für sein unbändiges Verlangen, die sichtbare Welt mit der unsichtbaren Welt Gottes zu verbinden, oder (mit einem andern Wort gesagt) das 'eynig Wesen' zu suchen.

Niklaus hat sich an diese Wegweiser Gottes gehalten. Da konnte es nicht ausbleiben, dass die Landsleute bald seinen Zuverlässigkeit entdeckten und ihm wichtige Aufgaben anvertrauten. Er wurde Hauptmann, Richter und Ratsherr. Er wäre auch Landammann geworden, hätte er es nicht ausgeschlagen.

Das Bild vom Stern, das ihn schon als Bub beschäftigte, wurde Wirklichkeit. Er strahlte aus, leuchtete anderen voran. Aber das sah er nicht als Eigenleistung. Er wusste sich von Gott berufen und wollte nur diese Berufung leben.

Wenn in unserer Zeit sich viele Christen wieder um ihre Berufung bemühen, wenn viele Christen sich unter den Geist Gottes stellen, dann wird auch aus einer verwirrenden Vielfalt Einheit herauswachsen. Und es wird - wie es in der Lesung heisst - 'ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller' die Kirche zusammenhalten. - Darauf dürfen wir uns verlassen.

2) Ein zweiter Hinweis. Paulus mahnt im folgenden Satz: 'Bemüht Euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält' (Eph. 4. 3). Diese Worte könnten von Bruder Klaus gesprochen sein.

Tatsächlich hat sich bei Niklaus von Flüe eine reiche Lebenserfahrung angesammelt, wie Frieden unter den Menschen wachsen kann. Als Richter schlichtet er Streitigkeiten unter Nachbarn, als Eremit stiftet er Frieden unter den Ständen der Eidgenossenschaft. Da weiss er sicher auch Rat, wie unterschiedliche Menschen und Menschengruppen miteinander umgehen können.

Im Jahr 1482, nach der Tagsatzung in Stans, diktiert Bruder Klaus einen Brief an den Rat zu Bern. Darin beschreibt er seinen Weg zum Frieden kurz und treffend. Der Satz heisst: 'Schaut darauf, dass ihr einander gehorsam seid'. Was kann dieser Rat zB in der brodelnden Situation eine Pfarrei bewirken?

In einer Pfarrei gibt es 'Charismen', aber auch die unterschiedlichsten Eigenarten und Unarten, Lebenshaltungen und Überzeugungen, ähnlich wie in einer Familie oder einem Betrieb oder einem Staat oder in der Staatengemeinschaft.

Da gibt es zB Leise und Laute, Langsame und Rasche, Einfühlsame und Draufgänger, Eigenwillige und Anpassungsfähige, Einfügsame und Freiheitsvögel, Dienstbereite und Anführer, Pflegeleichte und Mühsame. Einigen ist kein Gebet zu lang und andern ist kein Einsatz zu schwer. Und nicht zu vergessen: Da gibt es die Einheimischen mit dem Standortvorteil und die Fremden, deren Sprache und Mentalität manchmal Mühe machen.

Diese Verschiedenheiten bergen viel Zündstoff für Konflikte. Was heisst auf diesem Hintergrund: 'Schaut darauf, dass ihr einander gehorsam seid'?

Nehmen wir ein Beispiel: Es gib Christen, die den Rosenkranz lieben, die Kreuzwegandacht und die Herz-Jesu-Litanei. Diese bewährten Gebetsformen sind ihnen ans Herz gewachsen. Da gibt es andere Christen, die nach anderen, neuen Formen suchen: Freies Gebet, neue Lieder, Meditation, Glaubensgespräch unter Freunden, eine Wanderung zum Nachdenken. Solche Verschiedenheiten verursachen oft Konflikte, gerade in einer Familie.

'Einander gehorchen' heisst zunächst einmal 'Aufeinander horchen!' Die 'Bewahrenden' horchen auf die 'Vorpreschenden' und denken über ihre Anliegen nach. Sie spüren, dass neue des Betens für Suchende tatsächlich einen neuen Zugang zum Glauben schaffen können. Und sie gewinnen Verständnis dafür, auch wenn sie ihre Formen beibehalten.

Die 'Vorpreschenden' machen es ebenso. Sie horchen auf die 'Bewahrenden', nehmen ihr Anliegen auf und gewinnen ihrerseits Verständnis, dass man alte Formen nicht einfach wegwirft, besonders wenn sie einem viel bedeuten.

Die beiden werden sich bei einer Begegnung nicht in die Haare geraten. Ganz im Gegenteil. Sie freuen sich über das gute Anliegen beim Andern und über den gemeinsamen Glauben auch bei unterschiedlichen Ausdrucksformen.

Der zweite Schritt 'Einander gehorchen' ist in diesem Fall nicht einmal nötig. Denn es ist kein Einheitstopf mit gleichen Formen gefordert. Katholisch heisst 'allumfassend', und da haben viele Ausdrucksformen Platz. Aber Verständnis füreinander ist gefragt.

Ähnlich geht es zwischen zwei andern Menschen: Der eine hat sich seinen Glauben ausgebaut wie ein Haus mit vielen Zimmern. Da hat alles seinen Platz. Und er freut sich, in diesem Haus zu wohnen. Der andere aber ist auf der Suche und oft auch zweifelnd unterwegs, und sammelt erste Glaubenserfahrungen. Da ist noch vieles unausgereift und provisorisch. Wenn nun beide 'aufeinander horchen', werden sie ohne Berührungsängste aufeinander zugehen, aber mit der Freude, gegenseitig einige Erfahrungen und Erlebnisse austauschen zu können.

Es lohnt sich, diese Regel von Bruder Klaus im Leben anzuwenden. Auch Dorothee hat es getan. Sie hat oft und tief über die Berufung ihres Mannes nachgedacht. Darum konnte sie auch ja sagen zu seinem Weg.

Ein Bedenken ist allerdings am Platz. Die Bereitschaft ist nicht überall vorhanden, aufeinander zu horchen und einander zu gehorchen.

Ich habe kürzlich einen Mann angetroffen, der überhaupt nicht zu einem Gespräch bereit war. Er hatte seinen Glauben fixfertig in der Tasche und wollte nur herausfinden, ob ich auf seiner rechtgläubigen Linie sei oder nicht. Ein ungewohntes Wort und ein leiser Zweifel an seinen Behauptungen hat mir bald den Ruf eines Häretikers eingebracht. Am Schluss der Begegnung hagelte ein Schwall von Schimpfworten über mich herein. Und der gute Mann hatte das triumphierende Gefühl: Dem habe ich es deutsch und deutlich gesagt!

Vor solchen sektiererischen Tendenzen müsste selbst Bruder Klaus kapitulieren. Sein Rat wäre wie an eine Betonwand heran gesprochen. Aber zum Glück sind sehr viele Christen bereit zum 'Aufeinander horchen' und 'Einander gehorchen'. Das wird zum Frieden in den Pfarreien und anderen Gemeinschaften beitragen.

3) Ein dritter Hinweis aus dem Leben von Bruder Klaus: Wie stand er zur Kirche? Niklaus von Flüe wurde nicht in eine heile Welt geboren und hat auch nicht in einer heilen Kirche gelebt. - Sonst hätte er nicht in Kerns getauft werden müssen und hätte später nicht einen Prozess mit seinem eigenen Pfarrer führen und in einem Streit zwischen dem Kloster Engelberg und der Pfarrei Stans vermitteln müssen. - Sein Verhältnis zum Ortspfarrer blieb kühl, auch während der Ranftzeit. - Wenn er eine Wallfahrt nach Einsiedeln unternahm, traf er dort kein blühendes Kloster an. Wenige Mönche residierten im Kloster. Die Arbeit mit den Pilgern überliessen sie den Leutpriestern.

Auch Bruder Klaus hätte an der Kirche irre werden können. Aber er hat das Geheimnis beachtet, das auch hinter einer bröckelnden Fassade versteckt war. Darum hat er einmal einen Besucher gemahnt, er solle doch nicht auf die Röhre achten, ob sie aus Blei, Silber, Kupfer oder Gold sei. Alle Röhren würden nach Frische und Geschmack das gleiche Wasser anbieten. Ebenso sei es auch mit den Priestern. - Das gleiche sagt Bruder Klaus uns: Ärgert euch nicht über das Äussere. Da 'menschelt' es an allen Ecken und Enden. Freut euch vielmehr über das dahinter verborgene Geheimnis.

  • Oeffnen Sie Augen, Ohren und Herzen. Nehmen Sie die Botschaft des Ehepaares Niklaus und Dorothee in ihr Herz. Versuchen Sie, in allen Lebensbereichen aufeinander zu horchen und einander zu gehorchen. Das wird Ihre Familie verändern, Ihren Arbeitsplatz und Ihre Pfarrei.
  • Oeffnen wir uns jetzt für das Liebesgeheimnis Gottes in der Eucharistie. Im Wortgottesdienst haben wir hingehört und Worte gewechselt. Nun freuen wir uns auf den Augenblick, da Gott uns sagt: 'Auch ich horche auf Dich. Ich komme in Deine Welt, ich werde in Deinem Leib wohnen, und ich freue mich, wenn Du ein Rebzweig wirst an meinem Weinstock, und eine Röhre, durch die meine Liebe zu den Menschen fliesst.' Amen.

Pater Josef Banz, Pilatusstrasse 2, Postfach 126, CH-6072 Sachseln

Tel: 041 660 12 65 / seelsorgebruderklaus.com

     
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