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Zeitenstürme - wie antwortet Bruder Klaus?

       
   

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Ansprache im Wallfahrtsgottesdienst SO 7. Oktober 2001
Schriftlesung: 2 Cor 12. 9b-10

Ein russisches Sprichwort sagt: Wenn es nicht donnert, macht der Bauer kein Kreuzzeichen. Es hat mächtig gedonnert in den vergangenen Wochen. Und was geschehen ist, hat uns gründlich herausgefordert. - Der Terror hat sich globalisiert. Wann trifft es uns? - Das Blutbad in Zug zeigt, wie verwundbar unsere politischen Institutionen sind. - Der wirtschaftliche Zusammenbruch eines schweizerischen Markenzeichens stellt uns vor die Frage: Wie stabil sind unsere wirtschaftlichen Grundlagen? Dazu kommt bei Ihnen sicher noch manche Sorge in der Familie oder Gemeinde. Auf Wallfahrt geht man immer mit einem gut befrachteten Rucksack.

Wir haben in Sachseln festgestellt, dass mehr Menschen den Weg in die Kirche gefunden haben. Sie wollten offenbar die Hand nach oben ausstrecken, in Bruder Klaus ein Vorbild und einen Helfer suchen. Das ist sicher auch bei Ihnen der Fall. Es macht tatsächlich Sinn, auf Bruder Klaus zu schauen, wenn es dermassen gedonnert hat. Er kann uns Hinweise geben, was wir zu tun haben.

1) Zunächst stellen wir nüchtern fest: Die ‚gute alte Zeit’, in der Bruder Klaus lebte, ist nicht so gut, wie wir heute meinen, sie war wirr und verwirrend:

Niklaus hat als junger Mann an Kriegszügen teilgenommen und dabei erlebt, wie jugendliche Horden brandschatzend und plündernd durch das Land zogen. Das war ihr gutes Recht, Teil ihres Soldes. Niklaus hat sie zurückgehalten.

Bereits in die politische Verantwortung eingebunden, sah er. wie Horden von Jugendlichen, völlig anarchistisch, Eroberungszüge unternahmen - in den Thurgau und später gegen Genf. Die späteren Burgunderkriege steigerten die Lust aufs grausame Kriegen bis auf ein Maximum.

Auch im politischen und wirtschaftlichen Bereich erlebte er viel Ungutes. - Da gab es zweifelhafte Einbürgerungen nur um des Geldes willen. - Viele Politiker liessen sich ‚Pensionen’ auszahlen, um Söldner anzuwerben. - Auch mit käuflichen Richtern hatte er zu tun. Aus ihrem Mund sah er einmal feurige Flammen hervorbrechen.

2) Wie hat Niklaus von Flüe darauf geantwortet? Was hat er unternommen?
Alle Beobachtungen hat er in sein Leben hineingelassen. Aber sie haben ihn nicht angeregt zu Hass und Zorn und lauten Gegendemonstrationen. Sie haben ihn eher angeleitet, über sein eigenes Leben nachzudenken. Er wollte nicht den Irrlichtern folgen, wie so viele andere, sondern Orientierungspunkte suchen, Wegweiser, die ihm die Richtung angaben. Er wollte sein Leben einzig und allein von Gott bestimmen lassen.

- Darum hat er schon als Bub die Stille gesucht.
- Darum hat er immer wieder nach der ‚Gerechtigkeit Gottes’ gefragt und danach sein Gewissen geformt.
- Darum hat er die kleinen Zeichen Gottes und später die tiefen religiösen Erlebnisse ernst genommen.
- Er hat gegen Schwierigkeiten angekämpft und immer das Bessere gesucht.

Wenn wir sein ganze Leben in den Blick nehmen, stellen wir fest: Er lebte ein unscheinbares, zurückgezogenes Leben. Aber dieses Leben hatte ein persönliches, nur ihm eigenes Merkmal: Die Sehnsucht nach dem ‚einig Wesen’. Niklaus von Flüe hat Halt gesucht nicht bei sich selber, sondern bei Gott. Von ihm liess er sich führen, auch wenn der Weg durch Dunkelheiten ging. Das war seine Antwort - ein Leben, ausgerichtet nach dem Willen Gottes!

3) Nun aber können wir feststellen: Gott hat dieses einfache, bescheidene Leben fruchtbar gemacht - in zwei Richtungen, wie es mir scheint:

In der Zelle von Bruder Klaus gibt es zwei Fenster: Eines gibt den Blick frei in die Kapelle, zu Gott hin, das andere auf den Weg, auf dem die Menschen zu ihm kamen. So machte Gott Bruder Klaus ein doppeltes Geschenk: Den Mystiker führte er zum Gott des Friedens. Den Praktiker liess er erfahren, welche Wege zum Frieden führen.

  • Das erste Geschenk: Zu Bruder Klaus im Ranft kommt einmal ein Pilger. Bruder Klaus spricht ihn an: ‚Willst du mein Buch sehen?’ Dieser ist neugierig. Er weiss, der Einsiedler kann nicht lesen und schreiben. Nun zeigt ihm Bruder Klaus ein einfaches Radsymbol: Die Nabe - mit einem kleinen Pünktlein in der Mitte. Von der Nabe zum Reifen führen drei Speichen, die nach aussen breiter werden, vom Reifen zur Nabe drei weitere Speichen, die nach innen breiter werden. Und nun beginnt er zu erklären: Gott bricht aus dem innersten Geheimnis heraus - drei-faltig (als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist). Er umfasst die ganze Schöpfung - und kehrt wieder in Gottes Geheimnis zurück. Wenn Vielfalt zur Einheit zusammenfindet, ist das Friede. Der drei-einige Gott - Urbild des Friedens.
    Wenn Gott in Liebe ‚ausbricht’, erfüllt und durchdringt er Himmel und Erde, Dinge und Menschen und führt sie wieder in seine Gemeinschaft zurück. Die Vielfalt der Menschen ist in Gefahr, auseinander zu driften. Gott hingegen holt sie in sein Geheimnis zurück und lässt sie teilhaben an seinem Frieden.
    So erlebt der Mystiker im Radbild den drei-faltigen und drei-einen Gott: Im Brief an den Rat zu Bern (1482) fasst er seine Erfahrung in das Wort: ’Fried ist allweg in Gott. Denn Gott ist der Fried.’
    Nun haben die Menschen von damals festgestellt: Dieser Friede Gottes ist bei Bruder Klaus fast mit Händen zu fassen, - der Frieden des Herzens - in seiner geschlossenen Persönlichkeit,
    - der Frieden mit Gott. Er hat das ‚einig Wesen’ gefunden. Darum kommen die Menschen gern in den Ranft: Sie spüren Gottes Frieden. - Das ist das erste Geschenk Gottes an Bruder Klaus.
  • Das zweite Geschenk Gottes? Bruder Klaus ist ein Praktiker geblieben. Er schwebt nicht über den Wolken, er weiss, was im irdischen Alltag nötig ist. Gott schenkt ihm zusätzlich die Erfahrung, was unter Menschen zum Frieden führen kann.
    Im gleichen Brief an den Rat zu Bern findet sich das eigenartige Wort: ’Gehorsam ist das Grösste im Himmel und auf Erden. Darum achtet darauf, dass ihr einander gehorsam seid’.
    Was das wohl heisst?
    - Zunächst aufeinander ‚horchen’, das Anliegen und die Sorge,
    die Freude und Trauer des andern wahrnehmen und ernst nehmen. -
    - Und dann aufeinander zugehen, und miteinander nach einer Lösung suchen,
    die beiden Anliegen gerecht wird, dem meinen und dem deinem.
    * Auf diesem Weg hat Niklaus von Flüe als Richter die streitenden Parteien füreinander aufgeschlossen - eine aussergerichtliche Einigung angestrebt.
    * Im ‚Einander gehorchen’ haben Klaus und Dorothee den Weg gesucht, als Gott von der Familie wegrief.
    * Auch im Ergebnis der Tagsatzung zu Stans erkennen wir diese Grundhaltung. Die Stadt- und Landkantone nahmen Rücksicht aufeinander.
    Die Grundeinstellung vom ’Aufeinander Horchen’ lag ganz und gar nicht im Trend seiner Zeit. Im Gegenteil. Die jungen Söldner zeigten am liebsten ihre Bärenkräfte und Hellebarden. Niklaus stellte dieser Zivilisation der Fäuste eine Kultur der Herzen gegenüber.
    Die Politiker gingen nur zu oft auf kriegerische Konfrontation. Bruder Klaus aber setzte auf ‚Verhandeln’ und ‚Miteinander sprechen’.
    Im mitmenschlichen Bereich ging es meistens darum, ‚Sich durchzusetzen’. Bruder Klaus verkündete ‚gegenseitige Rücksichtnahme’.
    Der Mystiker wusste um die letzte Quelle des Friedens - den Drei-einigen Gott.
    Der Praktiker wusste auch um die Wege zum Frieden. Im Wort vom ‚Einander gehorchen’ fliesst die Erfahrung eines reichen Lebens zusammen.

4) Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Was heisst das für uns? Ganz konkret? Wenn wir die eigenen Sorgen und Nöte vor Augen haben und jene der weiten Welt - sollen wir da verzweifeln? Oder zornig werden?

Auch Bruder Klaus stand den Problemen seiner Zeit hilflos gegenüber - aber hat etwas ganz einfaches getan - Er hat sein Leben gelebt! Und Gott hat es fruchtbar gemacht. Wer s e i n Leben lebt, den lässt Gott nicht im Stich!

Diesen Weg zu gehen ist auch uns möglich: Wenn jeder und jede von uns s e i n L e b e n lebt und den Weg geht, den Gott für ihn bestimmt hat, dann kann er mit dem Segen Gottes rechnen. Gehen wir also treu und beharrlich unsere Wege weiter, vielleicht als Eltern oder Grosseltern oder Verwitwete, vielleicht als Verheiratete oder Unverheiratete, als Handwerker oder Erzieher, als Menschen im Büro oder auf der Baustelle, als Mann oder als Frau.

Die Wege sind so verschieden wie die Gesichter der hier Anwesenden. Aber lernen wir bei Bruder Klaus, wie wir unseren Weg finden:
- Lassen wir unser Leben nicht bestimmen von den Trends unserer Zeit, suchen wir in der Orientierungslosigkeit unserer Zeit Orientierung bei Gott.
- Bilden wir unser Gewissen nach seiner ‚Gerechtigkeit und folgen wir ihm unbeirrt, auch im rauen Wind, der uns entgegen weht.
- Verzweifeln wir nicht an unserer Ohnmacht, sondern legen wie sie in Gottes Allmacht und schöpfen wir neue Hoffnung.

Wenn wir uns wie Bruder Klaus an Gottes Plänen orientieren, dann wird Gott auch uns reich beschenken: Auch unser Leben wird ausstrahlen und Frucht tragen.

Schwestern und Brüder, wir haben zu Beginn ein Wort der Zuversicht gehört: Warum soll ich traurig sein, weil ich so wenig vermag? Weil ich in vielen Situationen meines Lebens so hilflos dastehe? Ich darf doch überzeugt sein: Gerade wenn ich schwach bin, dann bin ich stark! So hat es Bruder Klaus erlebt. So werden auch wir es erleben!

Darum haben wir Vertrauen auf Bruder Klaus an. Er erbitte uns diese Zuversicht, und begleite uns mit seinem Vorbild durch die kommende Zeit. Amen.

Pater Josef Banz, Pilatusstrasse 2, Postfach 126, CH-6072 Sachseln

Tel: 041 660 12 65 / seelsorgebruderklaus.com

     
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