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Bruder Klaus strahlt aus - und wir?

       
   

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Predigt von P. Crispin Rohrer, Kapuziner, zum Bruder-Klausen-Fest 2001.
Evangelium: Mt. 5. 14-16

Liebe Schwestern und Brüder der Pfarrei Sachseln und vom Obwaldnerland, liebe Verehrerinnen und Verehrer des hl. Bruder Klaus von nah und fern!

Heinrich Federer lässt in seinem Buch „Geschichten der Urschweiz“ im Kapitel „Ein Besuch beim Eremiten“ zwei Pilger Heinrich und Emil auftreten. In der unteren Ranftkapelle spricht Heinrich zu Emil: „Jetzt wollen wir nochmals in seine Zelle hinaufgehen.“ - Darauf Emil: „Ja, dort reden wir ein wenig mit diesem heiligen Mann. Er wird nicht sagen: Bleibet hier mit meinem Geist! Er wird sagen: Gehet und traget etwas von mir und meinem Geist hinunter in die Welt, in die Kultur, in das moderne Leben!“

Geschätzte Gläubige, ich denke, dass Bruder Klaus diese Aufforderung an uns alle heranträgt: „Traget meinen Geist, traget etwas von mir in die Welt hinaus. Verweilt nicht bloss fromm und andächtig hier in der schmucken Pfarrkirche, wo meine sterblichen Überreste ruhen, begnügt euch nicht nur mit dem Besuch meines Geburts- und Wohnhauses auf dem Flüeli und meiner Einsiedlerzelle im Ranft. Es ist schön und heilsam, dass ihr das tut, aber ihr müsst dann etwas von mir, von meiner Lebenseinstellung, etwas von meinem Glauben, etwas von meinem Besorgtsein um Frieden und Einigkeit, etwas von meiner Gottbeziehung mit euch nehmen nach Hause, auf eure Bauernhöfe, in die Fabrik, auf eure Arbeitsplätze, ins Parlament, ins Wirtschaftsleben, in die Schulen, in eure Ehen und Familien und dort meine Lebensspiritualität in euren Alltag einfliessen lassen. So ehrt und verehrt ihr mich am sinnvollsten und sagt Gott Dank für all das, was er an mir Grosses getan hat.“

Was aber sollten wir nun ganz konkret hinaustragen in unsere Zeit und Welt? Wo Bruder Klaus etwas ähnlicher werden? Da wäre Vieles aufzuzählen. Heute möchte ich nur auf eines hinzeigen.

Niklaus von Flüe zeichnete sich aus durch eine eigenartige, faszinierende Strahlungskraft. Man konnte sogar hin und wieder beobachten, dass sein Licht vom Ranft heraufleuchtete. Wer mit Bruder Klaus zusammentraf, war von ihm beeindruckt, begeistert, berührt und erschüttert. In der Regierung, im Militär, im Beruf, in Ehe und Familie wurde an diesem Mann sichtbar, dass in ihm eine Kraft am Werke war, die weltliche und menschliche Dimensionen übersteigt. Seine ganze Persönlichkeit hob sich heraus vom Gewöhnlichen, vom Halbbatzigen. Seine Leuchtkraft, seine Echtheit und sein konsequentes Leben siegten über Korruption, Egoismus und Scheinheiligkeit der damaligen Zeit. Auch die gute Frau und Mutter Dorothee erkannte in ihrem erleuchteten, geliebten Mann Gottes Ratschluss, ihn dem Höchsten allein zu überlassen. - Bruder Klaus, ein Mensch mit unwiderstehlicher Strahlungskraft.

Geschätzte, fehlt uns hin und wieder nicht gerade überzeugende Ausstrahlung?

Ich beobachte gerne Menschen im Zug, im Postauto, im Laden und auf der Strasse. Da entdecke ich nicht selten Leute so ohne Aussagekraft, ohne Glanz, ohne Anziehungsenergie. Zu viele mit Bulldoggenfassaden! Leer, hohl, ausgebrannt, unzufrieden.

In meiner Lehrtätigkeit an Fachschulen konnte ich immer wieder feststellen, dass die Beliebtesten in der Klasse nicht die gescheiten Köpfe, nicht die Redegewandten, nicht die Sportkanonen und auch nicht die mit den schnittigsten Autos waren, sondern die aus einer inneren Tiefe und Ruhe heraus Strahlenden, die waren die Bevorzugten. An sie klammerte man sich. Ihnen lauschte man wie keinem Lehrer. Diese konsultierte man. In ihrer Nähe fühlte man sich wohl.

Wir benötigen doch ganz einfach Männer und Frauen, Junge und Alte, die überzeugt, aussagekräftig, leuchtend und strahlend auf ihrem Posten stehen. Leute, die menschliche Tiefe, innere Überzeugung, Verwurzelung im Glauben, Toleranz und Gutsein ohne jede Bedingung an den Tag legen. Das sind Elemente mit unwiderstehlicher Strahlungskraft.

Und wenn wir wieder vermehrt solche Leuchten haben in der Kirche, werden Austritte abnehmen. Nach einem Vortrag hat mir ein Jugendlicher gesagt: Wenn ich unseren Pfarrer sehe und höre, dann löscht es mir ab! Mit ewigem Kritisieren, Moralisieren und Verbote Zementieren, schaffen wir doch nur miese Stimmung. Warum denn nicht aus der Kraft des Evangeliums heraus positiv, aufbauend wirken, neue Aufbrüche wagen in Liturgie und in der Gestaltung des christlichen Lebens. Dazu aber braucht es Bezugspersonen mit echtem Strahlungspotential. Es fällt mir auf, dass gerade jene, die heute Kirche erneuen möchten, oft so verbissen, engstirnig, lebensfremd und ohne Ausstrahlung zu Werke gehen. Sie werden es nicht schaffen!

Gerade wir Seelsorgerinnen und Seelsorger müssten doch Licht sein, das Pessimismus, Resignation, Lauheit und Passivität verdrängt und Menschen entfacht zu neuem, engagiertem und freudigem Mit-dabei-sein in der Kirche und in der religiösen Lebensgestaltung. Dazu braucht es ein Vorgespann, das zieht, begeistert und mutig vorantrabt. Da muss die anlockende Ausstrahlung eines heiligen Bruder Klaus her!

Liebe Mütter und Väter, viele von euch leiden, weil eure Kinder nicht mehr auf euch hören. Ihr fühlt euch ohnmächtig in der Beeinflussung der Jugendlichen. Vielleicht erreicht ihr tatsächlich eure Nachkommenschaft nicht mehr in Worten. Dann kommt nur mehr euer Leuchten, eure Ausstrahlung hinüber. Wortlose Kommunikation, geduldiges Warten, schmerzhaftes Erdulden, stetes Hoffen, liebende Begegnung und immer offene Türen werden eure Kinder mehr begleiten als ihr glaubt. Strahlen der Liebe durchdringen dickste Mauern. Liebe Eltern, wie das Leuchten des heiligen Bruder Klaus, wird auch euer Licht nicht ohne Wirkung verglühen.

Leuchtkraft aber braucht Strom, Energie, sie muss immer neu gespiesen werden. Wie war’s denn bei Bruder Klaus? 20 Jahre lebte er allein vom Brot der Eucharistie; und er sagte einmal, dass er sich dabei wohlgenährt und gut versorgt vorkomme.

Weitere Energie floss ihm zu in Gebet und Meditation.
Seine Leuchtkraft entwickelte sich aus dem tiefen Verbundensein mit Gott. Aus diesem Energiefeld heraus baute sich seine strahlende Persönlichkeit auf. Gott leuchtete in ihm und durch ihn.

Und wir? Woher beziehen wir unsere Energien und Kalorien?

Wir stopfen uns voll mit allem, was der Markt zu bieten hat. Wir konsumieren Fernsehprogramme, verschlingen News, die uns betrunken machen vom Märchen des endlosen Fortschrittglaubens. Viele laben sich an den Futtertrögen der Vergnügungsindustrie. Andere saugen sich voll am unausschöpfbaren Angebot des Internets. Ohne das Genannte zu verteufeln müssen wir uns doch fragen, genügt diese unsere Nahrungszufuhr zum Aufbau einer Persönlichkeit, die wie ein Höhenfeuer in unserer Zeit leuchtet? Wohl kaum!

Grosse Männer und Frauen versorgten sich immer aus dem Haushalt Gottes. Gott in seiner unendlichen Fülle war für sie Nahrung. Die Freude an und aus Gott lieferte ihnen Glanz und Ausstrahlungskraft. Der innige Kontakt mit Jesus Christus verlieh ihrem Leben Licht und erstaunliche Faszination.

Schwestern und Brüder, ich glaube, wir sollten einfach wieder vermehrt in Gott verwurzelt sein und aus ihm leben. Gebet, Besinnung und Pflege des sakramentalen Lebens müssen als wichtige, unersetzbare Elemente in unseren Lebensvollzug eingebaut werden. Ohne erneutes Andocken an die göttlichen Energiespender wird aus unserem Leben wohl nicht vieles herausleuchten.

Nelson Mandela, ein gläubiger Mann und begabter Politiker, sagt einmal: „Wir fragen uns: Wer bin ich denn eigentlich, dass ich leuchtend, hinreissend, begnadet und phantastisch sein darf?
Wer bist du denn, dass du das sein darfst? Du bist ein Kind Gottes. Du wurdest geboren, um die Ehre Gottes leuchtend zu verwirklichen, die in uns ist. Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen, geben wir unbewusst den anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun!“

Heiliger Bruder Klaus, du forderst uns auf, etwas von deinem Wesen mit nach Hause zu nehmen. Das wollen wir! Gib uns von deiner Ausstrahlung mit, damit dann auch unser Licht kräftiger glüht und der modernen Welt Helle, Optimismus, Hoffnung und Orientierung bringt.

Also Brüder und Schwestern, lassen wir unser Licht leuchten, damit die Menschen unsere guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen! Amen.

P. Crispin Rohrer, Kapuzinerhospiz Heiligkreuz, CH - 6166 Hasle
Tel: 041 484 12 80 / Fax: 041 484 35 80

     
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